Beträchtliche wirtschaftliche Schäden im Mais durch fehlenden Beizschutz

Schäden durch Vogelfraß im Mais - auf der Suche nach Alternativen für die Zukunft

Bonn (DMK) – Der Schutz von der Keimung bis zum Ende der Jugendentwicklung ist elementar für das Wachstum und die Ertragsbildung von Mais. Fehlende Beizmittel zur Anwendung in Deutschland führten im Jahr 2020 zu deutlichen Schäden in der landwirtschaftlichen Praxis, wie Dr. Jürgen Rath in der Ausgabe 4-2020 der Zeitschrift „mais“ berichtet. Nachdem nach der Aussaat gehäuft Meldungen über Schäden durch Vogelfraß, Fritfliege und Wild in jungen Maisbeständen in der Geschäftsstelle des Deutschen Maiskomitees e.V. (DMK) eingingen, wurde eine bundesweite Umfrage durchgeführt. Diese umfasste die Erhebung der Befallsflächen, Fraßschäden, Schadursachen und eventuell notwendige Nachsaatflächen. Der Hintergrund bestand darin, dass neben der Abwehr samen- und bodenbürtiger Schaderreger durch einen fungiziden Wirkstoff kein Repellent als Schutz vor Vogelfraß und Insektizid zur Vermeidung von Fritfliegenschäden zur Saatgutbeizung mit nationaler Zulassung in Deutschland zur Aussaat 2020 zur Verfügung stand. In den vergangenen Jahren war das Saatgut für die landwirtschaftliche Praxis sehr häufig mit dem Wirkstoff Methiocarb (Produkt: Mesurol) als Schutz vor Fritfliege und Vogelfraß (Krähe, Taube bzw. Fasan) ausgestattet. Der Wirkstoff wurde durch die EU im Herbst 2019 verboten und folgend die Zulassung in Deutschland widerrufen. Zur Beizung in Deutschland waren somit kein Insektizid und kein Repellent für Mais im Jahr 2020 zugelassen. Saatmais-Anbieter nahmen häufig die durch die EU-Verordnung 1107/2009 gebotene Möglichkeit in Anspruch, im Ausland gebeiztes Saatgut in Deutschland zu vermarkten. So wurde als Vogel-Repellent das in mehreren europäischen Ländern zugelassene Produkt Korit 420 FS (Wirkstoff Ziram) angebeizt. Die Gesamtmengen gebeizten Saatgutes waren jedoch deutlich geringer als in den Vorjahren.

Die Auswertung ergab als häufigste Schadursache im auflaufenden bzw. jungen Mais die Krähe, gefolgt von Schwarzwild, Fasan, Kranich und Taube. Als Befallsfläche wurden rund 440.000 ha ermittelt – 16 % der gesamten Mais-Anbaufläche. Der Wert dürfte allerdings wegen der fehlenden Wahrnehmbarkeit geringerer Schäden eher zu niedrig sein, betont Dr. Rath. Hohe Nachsaatanteile an der Befallsfläche deuten darauf hin. Die mittlere Nachsaat- bzw. Umbruchfläche schwankte je nach Bundesland zwischen 5 und 31 % der Befallsfläche, im bundesweiten Mittel lag sie bei 21 %. Aufgrund von Schäden durch Vogelfraß und Schwarzwild mussten rund 66.000 ha neu bestellt werden. Überraschend hoch waren auch die Meldungen zum Befall mit Fritfliege. Die Befallsfläche schwankte zwischen 3 und 33 % und summierte sich auf bundesweit 355.000 ha – rund 13 % der Anbaufläche. Zusätzlich wurde Drahtwurmfraß aus Baden­Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen gemeldet. Insgesamt mussten rund 8.800 ha, davon etwa 300 ha wegen Fritfliegenschäden, neu bestellt werden. Der durch Nach- bzw. Neuansaat verursachte wirtschaftliche Schaden beziffert sich somit auf rund 30 Mio. Euro in diesem Jahr.

Als Resümee der Umfrage hält Dr. Rath fest, dass der Schutz der Maissaat sowohl vor Fritfliege als auch vor Vogelfraß von erheblicher wirtschaftlicher Relevanz für die landwirtschaftliche Praxis ist. Diese Tatsache sollte in den Abwägungsprozess zur Zulassung eines Pflanzenschutzmittels zur inländischen Saatgutbehandlung mit einfließen. Ebenso sei die Wettbewerbsverzerrung für deutsche Landwirte in die Betrachtung einzubeziehen. Nicht zu vergessen seien auch die intensiven Bemühungen von Behörden und Aufbereitungsstellen in den vergangenen Jahren um eine qualitativ hochwertige Saatgutbeizung. Diese haben Qualitätssicherungssysteme auf nationaler Ebene – SeedGuard und QS Getreide – bzw. ESTA auf EU-Ebene hervorgebracht. Deutschland hatte sich hier eine führende Position erarbeitet.

Schaden an Maispflanzen durch Insektenfraß an der Wurzel
Schaden an Maispflanzen durch Insektenfraß an der Wurzel
Vogelfraß (Kahlfraß) im Mais

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