Die zunehmende Häufigkeit und Intensität von Wetterextremen wurde auch im vergangenen Jahr deutlich sichtbar. Insbesondere die ausgeprägte Frühsommertrockenheit zeigte, dass die Kornfüllungsphase von Sommerbraugerste nicht nur beeinträchtigt, sondern im Extremfall vorzeitig beendet werden kann. Die Folgen sind geringere Erträge, niedrigere Tausendkorngewichte (TKG) sowie erhöhte Rohproteingehalte, die die Vermarktungsfähigkeit als Braugerste einschränken können.
Als Reaktion auf diese Herausforderung hat sich in den vergangenen Jahren der Herbstanbau von Sommerbraugerste zunehmend etabliert. Ziel dieses Anbauverfahrens ist es, die Vegetationszeit zu verlängern, Winterfeuchtigkeit besser zu nutzen und kritische Trockenphasen im Frühjahr und Frühsommer möglichst zu umgehen.
Der Herbstanbau bietet dabei zahlreiche Chancen, bringt jedoch auch einige Herausforderungen mit sich. Die wichtigsten Vor- und Nachteile haben wir für Sie zusammengefasst:
Bei der Herbstaussaat gilt die goldene Regel: Aussaatbedingung > Saattermin.
Bedeutet im Klartext, dass falls keine optimale Befahrbarkeit bei der Herbstaussaat gegeben ist, eindeutig von der Aussaat abzuraten ist und sie auf das Frühjahr zu verschieben. Generell geht man bei einer Herbstaussaat von einer erhöhten Saatgutmenge gegnüber der Frühjahrsaussaat aus. Unsere Erfahrungswerte für Aussaatmengen im Herbst:
Niederungslagen: Mitte Oktober bis Ende November: 300-350 Kö/m²
Höhenlagen: Mitte Oktober bis Mitte November: 320-370 Kö/m²