Junger Maisbestand

Pflanzenschutz im Mais

Ungras & Unkraut

Ziel aller Landwirte ist es, leistungsfähige Bestände zu etablieren, um gute Erträge vom Feld zu fahren. Hierbei zählt beim Pflanzenschutz im Mais vor allem die Unkraut-/Ungrasbekämpfung*, gerade weil die Maispflanze in der Jugend empfindlich auf Konkurrenz reagiert. Ohne Unkrautbekämpfung sind erhebliche Ertragsdepressionen zu erwarten.

* Der Einfachheit halber wird im Folgetext der Begriff “Unkrautbekämpfung” genutzt.

Schädlinge & Krankheiten

Es gibt jedoch auch eine ganze Reihe von Krankheiten und Schädlingen, die zu Mindererträgen und Verlusten führen können. Bei vielen Krankheiten und Schädlingen sind oft indirekte Maßnahmen oder aber die richtige Beizausstattung das Mittel der Wahl. Mehr Informationen finden Sie in der Übersicht zu Schädlingen und Krankheiten im Mais.

Unkrautbekämpfung im Mais

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit eine Unkrautbekämpfung chemisch mittels Herbiziden oder mechanisch mittels Striegel und Hacke durchzuführen oder aber eine Kombination aus beiden mittels Bandspritzung und Hacken

Chemische Unkrautbekämpfung

Es gibt eine Vielzahl herbizider Wirkstoffe. Zur Verfügung stehen Bodenherbizide und Kontaktherbizide mit blattaktiven Substanzen.

Bodenherbizide

Bodenherbizide werden früh eingesetzt zum Schutz der Maispflanzen. Sie wirken gut und anhaltend. Nicht zum Einsatz kommen sie auf humosen Böden, weil dort die Wirkung ungenügend ist. Voraussetzung für eine gute Wirkung der Bodenherbizide ist eine ausreichende Bodenfeuchte.

Kontaktherbizide

Blattaktive Wirkstoffe

  • Haben eine schnelle und zuverlässige Wirkung bereits aufgelaufener Unkrautpflanzen
  • Wirken sicher bei trockenen Umweltbedingungen
  • Wirken zuverlässig auf humosen Böden
  • Haben keine Wirkung auf erst nach der Behandlung auflaufende Unkräuter

Damit diese Kontaktherbizide keine negativen Effekte am Maisbestand provozieren, sollte folgendes beachtet werden:

  • Keine gestressten Bestände behandeln
  • Vorhandensein einer ausreichenden Wachsschicht
  • Keine zu großen Tag-/Nacht-Temperaturschwankungen
  • Keine zu starke Sonneneinstrahlung (alternativ erst am Spätnachmittag-Abend spritzen)
  • Einhaltung des empfohlenen Anwendungszeitraums des jeweiligen Produktes

Zusammenfassend sind folgende Dinge wesentlich für einen guten Behandlungserfolg:

  • Sichere Kenntnis der jeweiligen Unkraut- und Ungras-Arten, um das beste Mittel für die Flächen auszuwählen
  • Häufig bietet die Kombination verschiedener Wirkstoffe die optimale Lösung
  • Starke Alt-Verunkrautung bei Mulchsaaten am besten vor der Saat mit einem Totalherbizid beseitigen, soweit dies zugelassen ist (z.B Molkereivorgaben)
  • Achtung: TBA-haltige Präparate nur dort ausbringen, wo diese erlaubt sind und Einsatzpausen flächenspezifisch einhalten
  • Gewässerschutz, Abstands-, Hang-, Abdrift- und Wind-Auflagen berücksichtigen
  • Wirkstoffgruppen wechseln für ein gutes Resistenzmanagement
  • Evtl. Fruchtfolgen anpassen, erweitern oder verändern, um Problemunkräuter und Resistenzen leichter in den Griff zu bekommen
  • Anwendungshinweise der Pflanzenschutzmittelhersteller unbedingt beachten

Mechanische Unkrautbekämpfung

Mechanische Bekämpfung von Unkraut im Mais

In der biologischen Landwirtschaft ist die mechanische Unkrautbekämpfung das Mittel der Wahl. Aber auch zunehmend mehr konventionelle Betriebe betreiben mit mechanischen Maßnahmen eine Unkrautbekämpfung zumindest teilweise, vor allem vor dem Hintergrund von Resistenzen einzelner Unkräuter und dem Wegfall von Wirkstoffgruppen, weil deren Zulassung endet.

Grundsätzlich sollte der Einsatz von mechanischen Verfahren nur bei trockenen Bedingungen, am besten bei Sonne und Wind stattfinden. Dies beschleunigt den vertrocknenden Effekt der Unkräuter. Im wesentlichen kommen hier Striegel und Hacken zum Einsatz.

Striegeln

Sehr gut möglich als sogenanntes "Blindstriegeln", bis kurz vor dem Auflaufen des Mais. 

In der Zeit zwischen dem Auflaufen und dem 2-3 Blattstadium muss eine Striegelpause erfolgen, um die jungen Pflanzen nicht zu schädigen. Ab dem 2-3 Blattstadium ist ein Striegeln wieder möglich

Jetzt sind die Maispflanzen robust genug. Der Einsatz des Striegels endet mit dem 5-6 Blatt-Stadium

Eine effiziente Form des Striegelns ist es durchaus diagonal zur Saatrichtung zu striegeln. Wichtig ist zu verstehen, dass eine erfolgreiche Bekämpfung mit dem Striegel Unkrautpflanzen in der Phase des Keimens und Spitzens erfassen soll.

Durch die verschüttende und herausreißende Wirkung des Striegels entsteht der Erfolg. Bereits ältere Unkrautpflanzen (2. Blattstadium und mehr) werden mittels Striegel nicht mehr effizient bekämpft!

Hacken

Hacken können eingesetzt werden ab dem Zeitpunkt, wenn die Maisreihen gut zu sehen sind. In den frühen Kulturstadien können Schutzrollen als Schutz vor Verschüttung zum Einsatz kommen. 

Hacken sollte immer so flach wie möglich und so tief wie nötig erfolgen. Zum einen um die Bodenfeuchte zu schonen, zum anderen aber auch um keine neuen Unkrautsamen von unten hochzubringen und zum Keimen anzuregen. Hackschare sollten leicht überlappen, damit die ganze Fläche auch sicher bearbeitet wird. Weiter soll so nah wie möglich, ohne Schaden zu machen, an die Maisreihen herangehackt werden. 

Je nach Bodenart und -zustand kommen verschiedene Hacken in Betracht, wie z.B. Scharhacken oder Rollhacken. Fingerhacken häufig in Kombination, können noch in die Maisreihen hinein eine Unkrautbekämpfung durchführen. Als Abschlussmaßnahme ist ein Anhäufeln der Maisreihen eine Möglichkeit noch vorhandene Unkräuter in der Maisreihe zu verschütten.