Für einen erfolgreichen Maisanbau braucht es mehr als ein gut vorbereitetes Saatbett, eine stabile Bodenstruktur, den optimalen Aussaatzeitpunkt und ausreichende Bodenfeuchte. Entscheidend ist auch eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung, damit der Mais sein Ertragspotenzial voll ausschöpfen kann.
Eine standort- und ertragsorientierte Düngestrategie, die gleichzeitig die Vorgaben der Düngeverordnung einhält, schafft dabei die Grundlage für gesunde Bestände und sichere Erträge.
In der Praxis wird zwischen betriebseigenen organischen Düngern und mineralischen Düngemitteln unterschieden. Beide Düngergruppen haben ihre spezifischen Vorteile und können – richtig kombiniert – eine effiziente und wirtschaftliche Nährstoffversorgung im Mais gewährleisten.
Mais gehört – neben dem Grünland – zu den Kulturen, die sich besonders gut mit organischen Düngern wie Gülle oder Gärresten aus Biogasanlagen versorgen lassen. Durch ihren hohen Nährstoffgehalt tragen diese Dünger wesentlich zu einer wirtschaftlichen und nachhaltigen Nährstoffversorgung bei.
Für eine effiziente und präzise organische Düngung sind zwei Punkte entscheidend:
Nur wenn beide Faktoren zusammenkommen, kann der Mais die organischen Nährstoffe vollständig nutzen und die Grundlage für sichere Erträge gelegt werden.
Bevor im Maisanbau wesentliche Mengen an Stickstoff (N) oder Phosphat (P₂O₅) ausgebracht werden dürfen, ist für jede Kultur eine Düngebedarfsermittlung (DBE) verpflichtend. Sie ähnelt grundsätzlich der bekannten Sollwertmethode – mit einem entscheidenden Unterschied:
Der berechnete Stickstoffbedarf darf nicht überschritten werden.
Selbst wenn sich Witterungsbedingungen oder andere Faktoren nachträglich ändern, sind die Möglichkeiten für eine Zusatzdüngung bisher nur unzureichend definiert. Damit bleibt für betriebliche Anpassungen wenig Spielraum. Die Düngeverordnung gibt hierfür einen klaren Rahmen vor.
Für jede Kultur sind bundeseinheitliche N-Bedarfswerte festgelegt. Sie ergeben sich aus dem betrieblichen Ertragsniveau, ergänzt um verschiedene Zu- und Abschläge.
Beispiel:
Weicht der fünfjährige Betriebsschnitt vom Referenzertrag ab, müssen laut Vorgaben Zu- oder Abschläge verrechnet werden.
Beispiele:
Eine korrekte Einordnung ist entscheidend, um eine rechtssichere DBE zu erstellen.
Neben dem mineralischen Stickstoffgehalt im Boden (Nmin) ist auch die N-Nachlieferung aus dem Bodenvorrat relevant.
Besonders wichtig:
Damit wird die natürliche N-Freisetzung aus humusreichen Böden angemessen berücksichtigt.
Organische und organisch-mineralische Dünger wirken mehrjährig. Daher müssen 10 % des im Vorjahr ausgebrachten Gesamtstickstoffs vom neuen N-Bedarf abgezogen werden.
Beispiel:
60 kg Gesamt-N im Vorjahr aus Gülle oder Gärresten >>> –6 kg N/ha für die neue Kultur.
Diese Vorgabe verhindert eine Überversorgung und stärkt die Nährstoffeffizienz.
Auch Vorfrüchte sowie Zwischenfrüchte beeinflussen die Stickstoffverfügbarkeit erheblich.
Die dafür geltenden Abschläge laut Tabelle 4 sind verbindlich und dürfen in der Bedarfsermittlung keinesfalls fehlen.
Jeder Betrieb muss entscheiden, ob die komplette Stickstoffgabe (N-Gabe) vor der Saat ausgebracht wird oder ob eine geteilte Düngung sinnvoller ist. Die optimale Strategie hängt stark von Standortbedingungen, Bodenart und Niederschlagsverteilung ab.
Auf sorptionsschwachen Böden – etwa leichten Sandstandorten – sowie in niederschlagsreichen Regionen kann eine geteilte N-Düngung klare Vorteile bieten. Durch die Aufteilung reduziert sich das Risiko von Auswaschungsverlusten, und der Mais wird in seiner Wachstumsphase bedarfsgerechter versorgt.
In trockenen bzw. niederschlagsarmen Gebieten kann eine Teilung dagegen nachteilig sein. Hier besteht das Risiko, dass für die zweite N-Gabe nicht ausreichend Wasser zur Verfügung steht, um den Dünger in Lösung zu bringen und pflanzenverfügbar zu machen. Gleichzeitig ist die Auswaschungsgefahr aufgrund geringer Niederschläge ohnehin niedrig, sodass eine vollständige N-Gabe vor der Saat häufig die sicherere Wahl ist.
Ein weiterer Aspekt betrifft die technische Umsetzung:
Bei der Ausbringung mittels klassischer Streutechnik besteht die Gefahr, dass granulierte Düngerpartikel auf den Blattapparat gelangen und Verätzungen verursachen. Dies sollte bei der Planung der Düngestrategie unbedingt berücksichtigt werden.
Vor jeder P-Düngung muss der tatsächliche Bedarf bestimmt werden. Dieser hängt ab von:
Erst aus diesen Faktoren ergibt sich die zulässige und sinnvolle P-Düngermenge.
Damit die junge Maispflanze optimal profitiert, ist bei der Unterfußdüngung eine exakte Platzierung entscheidend:
Diese Position stellt eine gute Wurzelnähe sicher, ohne die Gefahr von Salzschäden zu erhöhen. So kann die Pflanze frühzeitig auf Phosphat zugreifen und vital in die Jugendentwicklung starten.
In Betrieben mit sehr hohen P-Gehalten im Boden, in denen eine mineralische Phosphatgabe nicht mehr zulässig oder notwendig ist, bieten sich alternative Strategien an:
Mit starcover active+ bietet LG ein gebeiztes Saatgut, das die Wurzelbildung in der kritischen Frühphase gezielt unterstützt. Dies stärkt die Pflanze gegenüber Kältestress und verbessert die Nährstoffeffizienz – ein deutlicher Vorteil besonders in schwierigen Startbedingungen.
Die Maispflanze hat einen sehr hohen Kaliumbedarf. Bis etwa zum Ende der Blüte nimmt sie 220–280 kg K₂O/ha auf – deutlich mehr als viele andere Ackerkulturen. Eine bedarfsgerechte Kalidüngung ist daher ein zentraler Baustein für stabile Erträge, gesunde Bestände und eine hohe Stresstoleranz.
Die Grundlage jeder Kalidüngestrategie sind die Bodenuntersuchungsergebnisse der jeweiligen Fläche. Sie geben Auskunft über die Kaliversorgung und zeigen, ob eine Ergänzungsdüngung erforderlich ist.
Besonders wichtig:
Kalimangel, vor allem in Kombination mit hohen Stickstoffgaben, führt zu:
Eine ausreichende Kaliversorgung beugt diesen Risiken vor und stabilisiert den Bestand nachhaltig.
Der Standort hat großen Einfluss darauf, wann und wie Kali gedüngt werden sollte:
Sorptionsträge bzw. sorptionsschwache Böden
Böden mit Kalifixierung
Mais gilt als chloridverträglich, sodass die Kalidüngung problemlos mit chloridhaltigen Düngern (z. B. 60er Kali) erfolgen kann. Dies erweitert die Auswahl der Düngerformen und bietet in vielen Betrieben wirtschaftliche Vorteile.
Gut mit Kalium versorgte Maisbestände zeigen:
Kali ist damit ein zentraler Faktor für Ertragssicherheit, insbesondere in Jahren mit extremen Witterungsverläufen.
Durch die zunehmend strengen Emissionsvorgaben und den Einsatz moderner Abgasfiltersysteme in Kraftwerken ist der atmosphärische Schwefeleintrag in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Damit steht den Pflanzen deutlich weniger Schwefel über die Luft zur Verfügung als früher.
Der Schwefelentzug des Maises liegt bei etwa 20 kg/ha und sollte in der Düngeplanung unbedingt berücksichtigt werden. Schwefel und Stickstoff sind in der Pflanze eng miteinander verknüpft – insbesondere im Rahmen der Proteinsynthese. Nur wenn beide Nährstoffe ausreichend vorhanden sind, kann der Mais den aufgenommenen Stickstoff optimal verwerten.
In viehhaltenden Betrieben wird über Gülle oftmals bereits genügend Schwefel ausgebracht. Die organischen Dünger enthalten relevante Mengen an Sulfat und organisch gebundenem Schwefel, der nach und nach mineralisiert wird. Dennoch lohnt es sich, die Nährstoffgehalte der Gülle regelmäßig zu analysieren, um die Schwefelversorgung verlässlich einschätzen zu können.
Eine ausreichende Schwefelversorgung unterstützt:
Fehlt Schwefel, bleiben Bestände häufig blass, wachstumsschwach und können den eingesetzten Stickstoff deutlich schlechter nutzen.
Durch die zunehmend strengen Emissionsvorgaben und den Einsatz moderner Abgasfiltersysteme in Kraftwerken ist der atmosphärische Schwefeleintrag in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Damit steht den Pflanzen deutlich weniger Schwefel über die Luft zur Verfügung als früher.
Der Schwefelentzug des Maises liegt bei etwa 20 kg/ha und sollte in der Düngeplanung unbedingt berücksichtigt werden. Schwefel und Stickstoff sind in der Pflanze eng miteinander verknüpft – insbesondere im Rahmen der Proteinsynthese. Nur wenn beide Nährstoffe ausreichend vorhanden sind, kann der Mais den aufgenommenen Stickstoff optimal verwerten.
In viehhaltenden Betrieben wird über Gülle oftmals bereits genügend Schwefel ausgebracht. Die organischen Dünger enthalten relevante Mengen an Sulfat und organisch gebundenem Schwefel, der nach und nach mineralisiert wird. Dennoch lohnt es sich, die Nährstoffgehalte der Gülle regelmäßig zu analysieren, um die Schwefelversorgung verlässlich einschätzen zu können.
Eine ausreichende Schwefelversorgung unterstützt:
Fehlt Schwefel, bleiben Bestände häufig blass, wachstumsschwach und können den eingesetzten Stickstoff deutlich schlechter nutzen.
Der Magnesiumbedarf von Mais liegt mit ca. 50–70 kg/ha in einem Bereich, der keinesfalls unterschätzt werden sollte. Magnesium spielt eine zentrale Rolle bei der Photosynthese, da es als Baustein des Chlorophylls unerlässlich für die Energieumsetzung in der Pflanze ist.
Vor allem leichte, sandige Böden sind häufig arm an Magnesium und verfügen nur über eine geringe Nachlieferung. Dadurch können schnell Mangelsituationen entstehen, die sich äußern durch:
Eine regelmäßige Magnesiumversorgung ist hier besonders wichtig, um die Pflanzen vital und widerstandsfähig zu halten.
In vielen Betrieben wird Magnesium im Zuge der Kalkung automatisch mitgedüngt.
Auf Flächen, auf denen keine Kalkung vorgesehen ist oder der Magnesiumbedarf gezielt gedeckt werden soll, bietet sich Kieserit als effektive Düngungsform an.
Vorteile von Kieserit:
Damit eignet sich Kieserit besonders für Standorte mit akutem Bedarf oder für Böden ohne ausreichende Mg-Versorgung.
In intensiv geführten rinderhaltenden Betrieben kann es durch regelmäßige Gülledüngung zu einem Überangebot an Kalium kommen. Hohe Kaligehalte im Boden können die Magnesiumaufnahme der Pflanzen blockieren (Antagonismus).
Folge:
Deshalb sollten solche Betriebe die Magnesiumversorgung besonders sorgfältig überwachen und bei Bedarf gezielt ausgleichen.
Eine regelmäßige Erhaltungskalkung ist auf den meisten Ackerstandorten sinnvoll und trägt wesentlich zur Bodenfruchtbarkeit bei. Ausnahmen bilden lediglich Böden mit kalkhaltigem Ausgangsgestein und bereits sehr hohen pH-Werten, wie Muschelkalkverwitterungs- oder Juraböden.
Zwar entzieht auch Mais Calcium, doch die eigentliche Bedeutung der Kalkung liegt weit darüber hinaus: Sie wirkt umfassend auf die bodenchemischen und bodenphysikalischen Eigenschaften – und schafft damit bessere Wachstumsbedingungen für die Maispflanze.
Eine fachgerechte Kalkung:
Diese Effekte zusammengenommen sorgen dafür, dass durch eine regelmäßige Erhaltungskalkung die Standortbedingungen verbessert, die Wurzelentwicklung gefördert und höhere sowie stabilere Maiserträge ermöglicht werden.