Ein Blick auf die Raps-Stoppel lohnt sich

Felix Nahrstedt
Letztes Jahr

Nach der Rapsernte erfolgt oft zeitnah das Mulchen der Stoppel oder die flache Bodenbearbeitung mithilfe der Kurzscheibenegge. Doch halt! In vielen Fällen lohnt sich ein genauerer Blick auf die stehengebliebenen Rapsstängel.

Bei der sogenannten „Stoppelbonitur“ können viele Krankheiten und Insektenschadbilder deutlich besser begutachtet werden als bei einem voll entwickelten Rapsbestand. Ein "schönes" bzw. sehr relevantes Beispiel ist auf dem Foto zu sehen. Vom Wurzelhals abwärts ist die Wurzel verdickt, an den Seitenwurzeln (links) befinden sich knöllchenartige Tumore. Ein klares Indiz für Kohlhernie-Befall.

Ebenfalls zu beobachten: Ein Teil der Wurzel (rechts) ist bereits abgestorben. Dabei wurden neu gebildete Dauersporen des Kohlhernie-Erregers Plasmodiophora Brassicae in den Boden entlassen. Diese Sporen können ohne Weiteres bis zu 20 Jahre und mehr im Boden verweilen und währenddessen jederzeit Raps und andere Kreuzblütler befallen. Auf einer Ackerfläche, auf der bereits Kohlhernie aufgetreten ist, sollten daher nur noch Rapssorten mit rassenspezifischer Kohlhernieresistenz, wie beispielsweise ARISTOTELES, angebaut werden. Der Anbau nicht resistenter Sorten würde nicht nur massive Ertragseinbußen nach sich ziehen, es käme zusätzlich zu einer Vermehrung des Kohlhernie-Erregers.

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