Der Weißstängeligkeit auf der Spur

Andreas Rahlves
Letztes Jahr

Heute habe ich auf einem Weizenschlag einen unscheinbaren kleinen Pilz entdeckt, der aber großen Schaden anrichten kann.

Das Apothezium

Beim Kontrollieren des Weizens nach Krankheiten ist er mir quasi in die Hand gefallen. Das sogenannte Apothezium (Becherfrucht) hatte die letzten Tage auch die besten Bedingungen, nämlich feucht und warm, um aus dem Dauerkörper (dem Sclerotium) zu keimen.
Und das gerade rechtzeitig zu Beginn der Rapsblüte. Denn, wenn es abreift, dann schleudert es Askosporen aus, die über den Wind in nah und ferner gelegene Rapsbestände geweht werden können. Diese infizieren den Raps und führen zu weiß verfärbten Stängeln. Meist beginnt die Infektion in Blattachseln in denen abgefallene Blütenblätter als Nährmedium dienen.

Wann treten Krankheitssymptome auf?

Die Krankheitssymptome treten in der Regel erst nach der Blüte in Erscheinung. Die sog. Weißstängeligkeit (Scerotinia sclerotiorum) führt dazu, dass Triebe und Schoten oberhalb der Befallsstelle vergilben, notreif werden und vorzeitig absterben. Ertragsverluste von bis zu 30 Prozent sind möglich. Und das alles durch einen kleine unscheinbaren Pilz im Nachbarschlag.

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