Weitverbreiteter Virus schwächt Pflanzen

Agrarzeitung - 06.06.2016: Der Wasserrübenvergilbungsvirus ist auf vielen deutschen Rapsfeldern zu finden. Die Rahmenbedingungen für eine weitere Ausbreitung sind gut. Die befallenen Bestände bilden weniger Ertrag aus.

Rapspflanzen mit Blattrötungen an Spitzen und Rand sowie einer verkleinerten Blattfläche stellen viele Landwirte und Berater vor ein Rätsel. Die Pflanzen sind im Wuchs schwächer, bilden weniger Hauptzweige aus und zeigen eine geringere Kornzahl in den Hülsen. Vor allem im Norden Deutschlands sind solche Pflanzen höchstwahrscheinlich mit dem Wasserrrübenvergilbungsvirus (TuYV) befallen. Die Landwirte müssen mit Ertragsverlust rechnen und einem erhöhten Gehalt an Erucasäure und Glucosinolat im Erntegut. Ganz sicher lässt sich der Befall aber nur mit einem ELISA-Test nachweisen.

Kooperation für Forschung

Rund 12000 Proben von deutschen Rapsfeldern wurden in diesem Frühjahr mit dem ELISA-Test auf TuYV hin untersucht, um die Befallssituation in Deutschland zu ermitteln. Darauf stützt sich jetzt Stephanie Wedde, die an der Leibniz-Universität Hannover ihre Masterarbeit über TuYV schreibt. Wedde trägt die Daten des Monitorings zusammen, an dem neben der Universität Hannover auch das Julius-Kühn-Institut in Quedlinburg (JKI) und das Pflanzenzüchtungsunternehmen Limagrain beteiligt sind.

Denn Dr. Antje Habekuß vom JKI rechnet mit einer zunehmenden Verbreitung des Virus, der auch in Frankreich und Polen häufig anzutreffen ist. Der Virus wird von einer Vielzahl von Blattlausarten übertragen, die in zahlreichen anderen Pflanzenarten überleben. Hauptüberträger ist nach Einschätzung von Habekuß die Grüne Pfirsichblattlaus wie auch die Mehlige Kohlblattlaus. Die Liste der Wirtspflanzen ist lang und reicht von der Familie der Kreuzblütler über Korbblütler wie Löwenzahn und Leguminosen bis hin zu Nachtschattengewächsen.

Nahrhafte Zwischenfrüchte

Nach Ansicht von Experten wird die Infektion der Rapspflanzen immer früher erfolgen. Denn seit keine insektiziden Beizen mehr zugelassen sind, vermehren sich Blattläuse schneller im jungen Raps. Zudem fördern milde Temperaturen bei einem Tagesmittel von über 10 °C die Verbreitung. Und mit dem Anbau von Zwischenfrüchten stehen den Läusen viele Wirtspflanzen zur Verfügung. Bei einer frühen Infektion könnten in Raps die Ertragsverluste zunehmen, die bislang auf bis zu 34 Prozent geschätzt werden.

Pflanzenzüchter arbeiten seit 1990 daran, resistente Sorten zu entwickeln, berichtet Dr. Stefan Abel, Rapszüchter bei Limagrain. So konnte 2013 zunächst in Großbritannien die erste resistente Sorte Amalie zugelassen werden. Sie wird zwar ebenfalls vom TuYV befallen, zeigt aber geringere Ertragseinbußen. Neue Sorten mit einer breiteren genetisch verankerten Resistenz sind in Arbeit. In Tschechien und Österreich gibt es seit 2015 eine TuYV-resistente Hybridsorte. In Deutschland erwartet Abel in diesem Jahr die Zulassung der ersten TuYV-resistenten Sorte Asterion.


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