Erster LG-Maiskongress


LG Fachkongress Mais - Moderation Klaus Ahrens

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LG Fachkongress 2022 - Klaus Ahrens im Gespräch mit Patrick Le Coq

Beim diesjährigen LG Fachkongress, der zum ersten Mal die Kultur Mais im Fokus hatte und auch - Corona-bedingt - in Form einer Online-Veranstaltung durchgeführt werden musste, stand das Thema Grundfutter für rinderhaltende Betriebe auf der Agenda. Bereits zum vierten Mal hat der Züchter Experten aus der Wissenschaft und der Beratung sowie Landwirte eingeladen, um über neue Erkenntnisse zu berichten und Erfahrungen zu teilen.

Optimierungsbedarf im Silomanagement

Im Anschluss erklärte Thorkild Moos (Fütterungsberater aus Dänemark), worauf es aus seiner Sicht bei der Fütterung ankommt. Fütterung der Kühe heißt für ihn Fütterung des Pansens und des Darms. Eine Hochleistungskuh benötigt laut Moos einen hohen Pansenumsatz zur Bereitstellung von VFA (volatile fatty acid) mikrobiellem Protein. Zusätzlich ist ein Gleichgewicht zwischen Umsatz und Absorption wichtig, um einen gesunden pH-Wert im Pansen zu erhalten, sowie Kohlenhydrate in Form von Stärke in Energie umzuwandeln. Im Gegensatz zum deutschen Bewertungssystem findet im dänischen System die Restpflanzenverdaulichkeit Berücksichtigung. Das ist insofern wichtig, da viele Rationen in Dänemark maislastig sind und die Energie in diesem Fall bevorzugt aus der Restfaser kommen sollte, da eine zu hohe Stärkeanflutung ansonsten zu Pansenazidose führen kann.

Ebenso wie Professor Mahlkow-Nerge sieht Thorkild Moos Optimierungsbedarf im Silomanagement. Die Bedeutung von Verdichtung und Vorschub sind jedem Landwirt bewusst, werden aber in der Praxis nicht immer ausreichend umgesetzt. So können schnell bis zu 20 % der Energie im Silostock verloren gehen. Moos verdeutlicht, dass je nach Ration mit viel oder weniger Mais verschiedene Faktoren berücksichtigt werden müssen. Dazu zählen beispielsweise unterschiedliche Silagetechniken wie Shredlage oder die TS-Gehalte zur Ernte, die bei maislastigen Rationen etwas geringer ausfallen sollten.

Ohne den Faktor Mensch geht es nicht

Uwe Merx

Nach den wissenschaftlichen Vorträgen folgte ein Bericht aus der Praxis. Uwe Merx ist Gesellschafter der Wipperdorfer Agrargesellschaft in Thüringen. Er stellte seinen Betrieb vor und ging dabei sehr anschaulich und eindrucksvoll auf die aktuellen Herausforderungen ein. Im Hinblick auf seine Vorredner verwies Merx darauf, dass Kostenmanagement schon immer ein wichtiges Thema auf seinem Betrieb sei, nicht nur in Zeiten hoher Futterpreise. Der Kostendruck sei immer da gewesen und die Vermarktung und Profitabilität stehe grundsätzlich im Vordergrund. Der Schlüssel zum Erfolg basiert laut Merx aber in erster Linie auf zwei Faktoren: Technologie und Mensch.

Merx setzt schon immer auf Investitionen in neue Technologien und geht hier bewusst auch Risiken ein. So hat er beim Bau eines neuen Stalls und der automatischen Melkanlage auch auf speziell zugeschnittene Technologien gesetzt – und der Erfolg gibt ihm Recht. Daneben ist Merx aber überzeugt, dass es ohne den Faktor Mensch keinen erfolgreichen Betrieb gibt. Man benötige gut ausgebildetes Fachpersonal, das aber auch gewillt sein muss, sich den Anforderungen der Landwirtschaft anzupassen. Die Wipperdorfer Agrargesellschaft bildet seit Jahren selbst aus und das macht sich laut Merx bezahlt. Soziale Verantwortung und Mitarbeitermotivation stehe an erster Stelle – so hat die Umstellung auf die automatische Melkanlage keine Arbeitsplätze gekostet.

Ein Mehrwert durch qualitätsorientierte Silomaissorten

Auch in der Züchtungsstrategie findet das Thema Grundfutterqualität Berücksichtigung. Martin Cazot, der Marketingmanager von LG für Silomais in Europa, stellt das Thema LGAN vor. LGAN steht für LG Animal Nutrition und unterstreicht die strategische Ausrichtung in der LG Züchtung hin zu qualitätsorientierten Silomaissorten. Seit 25 Jahren werden Sorten gezüchtet, die, je nach Ration des rinderhaltenden Betriebes, eher stärkereich oder hoch restpflanzenverdaulich sind. Dass LGAN-Sorten funktionieren und einen Mehrwert bieten, zeigen verschiedene Studien, die in den letzten Jahren in unterschiedlichen Ländern Europas durchgeführt wurden. Cazot räumt zudem mit dem Vorurteil auf, dass hoch restpflanzen-verdauliche Sorten automatisch Schwächen in der Standfestigkeit aufweisen. Daneben investiert LG laut Cazot intensiv in Personal, um fachlich kompetente Beratung auf den Betrieben leisten zu können.

Patrick Le Coq aus dem deutschen Züchtungsteam, erklärte im Anschluss, wie sich die Züchtung derzeit aufstellt und wie Antworten auf die Veränderungen im Klima und die neuen Anforderungen der Landwirte aussehen können. Le Coq bestätigt die steigenden Extremwettereignisse sowie Trockenheit und erklärt, dass LG mit einem sehr breiten Züchtungs- und Prüfungsnetz unter sehr unterschiedlichen Bedingungen selektieren kann. So können regional angepasste Sorten angeboten werden und das schaffe Sicherheit und Züchtungsfortschritt für die Landwirte. Aber auch veränderte politische Rahmenbedingungen treffen die Züchtung und erfordern neue Lösungen, zum Beispiel in Bezug auf den Düngereinsatz.

Abschließend gibt Gerhard Goll, Produktmanager Mais & Gras bei LG, Einblicke in das Portfolio. Die neuzugelassenen Sorte LG 32.257 ist eine sehr vielversprechende neue Sorte, die das Segment der stärkereichen Sorten bereichert. Aber auch bei den hoch restpflanzenverdaulichen Sorten wird die Pipeline für die kommenden Jahre wieder stärker gefüllt. Goll verweist ebenso auf die umfangreichen Serviceangebote (wie z.B. Mais-Rationsplaner und Mais-Sortenfinder) von LG, die dem Landwirt helfen, die richtigen Sorten zu finden.

Sichtlich zufrieden zeigte sich Nadja Philipp, Marketingmanagerin bei LG mit der Veranstaltung: „Die letzten Fachkongresse von LG haben gezeigt, dass der Mix aus Wissenschaft und Praxis sehr gut ankommt. Das konnten wir im Mais nun wieder bestätigen. Viele Fragen und Diskussionen haben gezeigt, wie wichtig das Thema bei Landwirten und Beratern ist und dass gerade in der derzeitigen Situation Lösungen gefragt sind.“

 

 

 

 

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