Öllein

Klima- und Bodenansprüche

  • Öllein ist eine Sommerung, die Langtagbedingungen zur Förderung der generativen Entwicklung benötigt.
  • Für die Absicherung stabiler, hoher Erträge sind Temperatursummen von 1.600 bis 1.800 °C notwendig.
  • Trockenes Klima nach dem Fruchtansatz kommt Öllein besonders zugute.
  • Minimaltemperarturen für Keimung: 2-3 °C
  • tolerierbare Spätfröste in der Jugendentwicklung: -3 bis -5 °C
  • Im Mai, Juni mind. 100 mm Niederschlag
  • Tiefgründige humose lehmige Sande bzw. sandige Lehme mit guter Wasserversorgung sind zu empfehlen (bis 1 m tief werdende Pfahlwurzel).
  • Verdichtungen und Staunässe werden nicht vertragen.
  • Auf mittleren und schweren Böden pH-Wert von 6-7, auf leichteren Böden pH-Wert von 5,5 anstreben.

Fruchtfolgegestaltung

  • Vorfrucht mit unkrautunterdrückender Wirkung wichtig.
  • Geeignete Vorfrüchte:  Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und vor allem Getreide
  • Leguminosenvorfrucht aufgrund hoher N-Nachlieferung ungeeignet! (Lagergefahr)
  • Öllein ist selbstunverträglich; Anbaupausen von 4 bis 5 Jahren sind einzuhalten, bei Befall mit bodenbürtigen Pilzen mindestens 6 Jahre.

Bodenbearbeitung

  • Sorgfältige Stoppelbearbeitung nach Ernte der Vorfrucht zur Bekämpfung der Ausfallkulturen und Unkräuter.
  • Grundbodenbearbeitung im Herbst mit Pflug oder Grubber; 20 bis 25 cm tief.
  • Bodenverdichtungen vermeiden bzw. beseitigen.
  • Saatbettbereitung: gut abgesetztes, feinkrümliges, rückverfestigtes und unkrautfreies Saatbett erforderlich.
  • Wassersparend bearbeiten!

Aussaat

  • Rechtzeitige Aussaat Ende März bis Anfang April wichtig für optimalen Erntetermin und Ausschöpfen des Ertragspotenzials.
  • Saattiefe: 2-3 cm; gleichmäßige Ablagetiefe wichtig!
  • Saatstärke: 500-700 Körner pro m², Standortbedingungen berücksichtigen.
  • Saattechnik: Drillsaat mit üblicher Drilltechnik

Düngung/Nährstoffversorgung

  • Stickstoff: max. 120 kg/ha inkl. Nmin
  • Zu hohe N-Versorgung führt zu Lager und damit zu Ertrags- und Qualitätsverlusten.
  • Schwefelbedarf: 15 - 20 kg/ha
  • Grunddüngung mittelfristig nach Entzug ausrichten. Entzüge können im Rahmen der Fruchtfolge ergänzt werden.
  • Entzüge:
    P2O5: 12 kg pro t Korn
    K2O: 10 kg pro t Korn
    MgO: 8 kg pro t Korn
  • Organische Düngung zu Öllein nicht empfehlenswert.

Pflanzenschutz

  • Pflanzenschutzmaßnahmen sind Kostengründen auf das notwendigste Maß zu reduzieren.
  • Unkrautbekämpfung (mechanisch oder chemisch) aufgrund schwacher Jugendentwicklung zwingend erforderlich. Ansonsten drohen erhebliche Ernteverluste durch Überwachsen der Bestände.
  • Problemunkraut Nr. 1 im Ölleinanbau ist der Weiße Gänsefuß bzw. die Melde.
  • Pilzliche Schaderreger sind nur über Einhaltung der Anbaupausen und Resistenzen der Sorte zu minimieren. Fungizide sind aktuell keine zu gelassen.
  • Erdflöhe schädigen die Jungpflanze besonders in der Jugendentwicklung durch Lochfraß an den Blättern und am Vegetationskegel.
  • Abhilfe gegen den Leinerdfloh schaffen mit Insektiziden gebeiztes Saatgut oder Lambda-Cyhalothrin-haltige Insektizide.

Krankheiten und Schädlinge

  • Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma exigua)
  • Leinschwärze (Alternaria linicola) und
  • Pasmo-Krankheit (Septoria linicola)
  • Leinwelke (Fusarium oxysporum)
  • Leinerdfloh

Ernte

  • Drusch erfolgt Ende August bis Mitte September (nach ca. 150-170  Vegetationstagen) mit dem Mähdrescher.
  • Braune Kapseln sowie ein metallisch klingendes Geräusch beim Schütteln der Kapseln („scheppern“) deuten auf den optimalen Erntetermin hin.
  • Erntetermin stark von der Jahreswitterung abhängig, bei Nässe können  Pflanzen nachblühen, Probedrusch ratsam.
  • Grünes Stroh kann zu extremen Trommelwicklern beim Drusch führen, Strohreife abwarten oder ggfs. Sikkation
  • Stoppelhöhe von 25-30 cm ist zu empfehlen.
  • Optimale Feuchte des Erntegutes: 9 %. Ggfs. Trocknung erforderlich.

Wesentliche Vermarktungswege

  • Grundstoff für Linoleumproduktion sowie umweltfreundliche Farben und Lacke (technische Leinsaat).
  • Linolensäurereiches Samenöl als Rohstoff der Oleochemie (Speiseleinsaat).
  • Leinsamen als Diätnahrungsmittel (Diätleinsaat).
  • Verwertung des Leinkuchen bzw. Leinschrotes als hochwertiges Futtermittel mit über 40 % Rohprotein (Futterleinsaat).

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