Phoma - Situation vor Winter?

Die Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma lingam) ist die bedeutendste Rapskrankheit in Deutschland. Ausgehend von befallenen Ernterückständen werden Jungpflanzen durch Sporen infiziert, wodurch es zur Bildung von Blattflecken im Herbst kommt. Stark infizierte Pflanzen vermorschen am Stängel. Dadurch wird die Wasser- und Nährstoffversorgung eingeschränkt und das Lagerrisiko steigt. Erhebliche Ertragseinbußen sind die Folge.

Herbst 2014 mit erhöhtem Risiko

Da sich die Witterung im Herbst 2014 im Oktober und bis in den November hinein ungewöhnlich warm zeigte und die meisten Pilzkrankheiten mild-feuchtes Wetter lieben, verwundert es nicht, dass das Risiko von Phoma-Infektion den ganzen Herbst hindurch sehr hoch war und immer noch hoch ist. Sollte nun das Wetter kurzfristig auf Winter „umschalten“, ist die Zeit für Phoma-Infektionen und Ausbreitung des Erregers innerhalb der Pflanzen erstmal vorbei. Bliebe es im Spätherbst und Winter hingegen bei eher mild-feuchter Witterung („englischer Winter“), so sind neue Phoma-Infektionen über die gesamte Zeit hinweg wahrscheinlich. Mögliche Folgen sind die bekannten Stängelvermorschungen bis hin zu erheblichen Ertragseinbußen.  

Was ist zu tun, was ist machbar?

Ob in diesem Fall zusätzliche Fungizid-Spirtzungen sinnvoll sind, hängt von der individuellen Standortsituation ab und kann letztlich nur durch die Pflanzenschutzberatung beantwortet werden. Glasklar ist jedoch, dass die Resistenzleistung der angebauten Rapssorte einen erheblichen Einfluss auf den Befall und damit die Gefährdung des Bestandes durch Phoma hat. In Sortenvergleichen lässt sich mit bloßem Auge anhand der Blattflecken sehr trennscharf erkennen, wo Sorten mit guter Phoma-Resistenz und wo Sorten ohne besondere Resistenzeigenschaften angebaut wurden. Es zeigt sich, dass gerade die Hybridrapssorten mit der sogenannten Phoma-Doppel-Resistenz kaum Befall aufweisen, während der Blattapparat von Sorten ohne diese Eigenschaft ganz massiv von Phoma-Blattflecken überzogen ist.

Die derzeitige Situation auf den Feldern zeigt uns eindrucksvoll, dass die Basis für gesunde Rapsbestände letztlich in der Genetik liegt. Hybridrapssorten mit der Phoma-Doppel-Resistenz besitzen das spezifische Resistenzgen „RLM7“, dass den stärksten und stabilsten Schutz bietet, sowie zusätzlich eine breit basierte Feldresistenz gegenüber Phoma. Dadurch wird das Schutzniveau erhöht und die Wirksamkeit für die Zukunft abgesichert.

Sorten mit Phoma Resistenz(en)

Aus dem Winterraps-Sortenportfolio bietet die Hybridsorte ARSENAL, aufgrund der Phoma-Doppel-Resistenz, die beste Widerstandskraft gegenüber Phoma lingam. Weitere Hybridsorten mit dieser Eigenschaft sind: ATENZO, ANDERSON, ALEXANDER. Daneben zeigt sich auch die neue LG-Liniensorte ARABELLA, die mit der RLM7-Resistenz ausgestattet ist, hoch resistent.

Was Sie schon immer über TuYV wissen wollten!

ARSENAL mit höchstem Kornertrag im LSV 2014-2016, D-/Löß-/V-Standorte

Ertragspotenziale nutzen

Ertragspotenziale optimal ausnutzen - das ist der Titel der neuen Raps Fibel. Sie finden in der Fibel umfassende Informationen und zugleich übersichtlich zusammengefasste Empfehlungen und Tipps rund um den Raps-Anbau.

Sie können hier die Fibel als PDF herunterladenPDF meiner Sammlung hinzufügen oder auch bestellen. Weitere Informationen bei Ihrem Verkaufsberater.

Ihr LG Ertragsplaner 2017/18

Der LG Ertragsplaner Raps und Getreide - wieder mit interaktiven Inhalten (Augmented Reality) - für gezielte weitergehende Informationen. Download PDFPDF meiner Sammlung hinzufügen