Mykotoxine im Mais - es gibt Sortenunterschiede

Das Jahr 2014 war schon irgendwie besonders im Maisanbau. Während sich die sehr frühen Aussaattermine wider Erwarten im Verlauf kaum auswirkten, so war doch über die gesamte Vegetation eine Besonderheit zu beobachten: Es hat fast überall ausreichend Wasser gegeben, um die Nährstoffzufuhr für die Pflanzen zu gewährleisten.

Entscheidend der Zeitraum nach der Blüte bis zur Ernte

Der Mais mag es warm, aber heiß muss es gar nicht sein, und das hat ihm auch 2014 nicht gefehlt. Die milde Witterung zum Herbst hat zudem dafür gesorgt, dass der Mais im Korn weiter abreifen konnte, während die Restpflanze noch verhältnismäßig grün war. Diese Konstellation hat aber natürlich auch den Pilzen gefallen. Wenig Trockenheit, immer ein wenig feucht und ausreichend warm – das ist förderlich für das Wachstum von Pilzen. Die noch grüne Pflanze mit den noch saftigen Lieschblättern begünstigt noch den Effekt, dass im Kolben das Milieu geschützt (feucht) bleiben konnte – die Lieschblätter trockneten nur langsam ab und ließen kaum Luft an die Kolben.
So ist es in 2014 auch nicht verwunderlich, dass Pilzgifte (Mykotoxine) in verhältnismäßig großem Umfang aufgetreten sind. 

Fusarium graminearum – verantwortlich für Mykotxin DON

Das Mykotoxin Deoxynivalenol (DON) kann als Folge von Kolbenfusarium in bedenklichen Konzentrationen auftreten. Mögliche Schädigungen sind vielfältig. Sie können zu schlechteren Milch- und Mastleistungen, zu verschiedenen Immunreaktionen oder auch zu Fruchtbarkeitsstörungen führen. Während für Rinder bis zu 5 mg/kg DON als Orientierungswert für den maximalen Gehalt gilt, liegen die Richtwerte für Kälber und Schweine mit 2 bzw. 1 mg/kg nochmal niedriger. Einige Partien Körnermais dürften in diesem Jahr diese Grenzwerte überschreiten – Sie sollten im Zweifelsfall ihre Futtermittel untersuchen lassen! Der EU-Grenzwert für Handelsware von Körnermais liegt bei 1,75 mg DON/kg. 

Es gibt Unterschiede zwischen den Maissorten

Vom LFL Bayern werden schon seit Jahren Untersuchungen zur Mykotoxin-Belastung beim Körnermais durchgeführt und veröffentlicht. Mehrjährig liegen Ergebnisse vor. Sie belegen, dass zwischen Orten, aber auch zwischen Sorten erhebliche Unterschiede bestehen können.

LG 30.222 & LG 30.215 auffallend gut

Bayern - mehrjährige Untersuchung DON-Gehalt frühes Sortiment.

Fusariumbefall des Kolbens minimieren

Das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) gibt folgende Tipps zur Minimierung des Fusariumbefalls am Kolben:  

  • Rechtzeitige (also frühe) Ernte
  • Sofortiges Trocknen nach dem Drusch, Reinigung und trockene Lagerung
  • Bodenbearbeitung (Pflugsaat ist besser als Mulchsaat, Mulchsaat ist besser als Direktsaat)
  • Förderung der Strohrotte der Vorfrucht
  • Maßnahmen zum Schutz vor Maiszünsler
  • Fruchtfolgegestaltung (enge Maisfruchtfolgen vermeiden)
  • Sortenwahl – Beachtung toleranter Sorten

Wege der Infektion: Als Quelle der Infektion kommen in der Regel Vorfrüchte und Strohreste als organische Träger der Pilze in Frage. Die Infektion des Kolbens selbst erfolgt über die Narbenfäden - insbesondere bei feuchter Witterung. Zusätzlich schaffen Beschädigungen am Kolben – etwa durch den Maiszünsler, aber auch über Witterungseinflüsse wie Hagel zusätzliche Eintrittspforten für die Pilzsporen in den Kolben. Der Pilz befällt nach der Blüte über die Narbenfäden die Spindel und die Körner. Je länger von diesem Zeitpunkt an feuchtes Milieu gegeben ist, und je länger sich die Abreife hinzieht, umso länger kann der Pilz wachsen und damit Mykotoxine bilden. Die Witterung von der Blüte bis zur Ernte (und die Dauer dieses Zeitraumes) hat also entscheidenden Einfluss auf die Mykotoxinbildung.

Was sind Mykotoxine?

Sekundäre Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen

  • Meist thermisch stabil
  • wirken schon in geringen Mengen (hoch-)giftig

Die bekanntestenMykotoxine

  • Aflatoxine
  • Fumonisine
  • DON (Desoxynivalenol)
  • ZEA (Zearalenon)
  • Ochratoxin A

Beziehung Pilz / Mykotoxin:

  • Keine Fusarientoxine (FUMO, DON, ZEA) ohne Fusariumbefall!
  • Ein Pilz kann unterschiedliche Mykotoxine ausbilden! z. B. Fusarium graminearum: DON und ZEA 
  • Ein Mykotoxin kann von verschiedenen Fusariumstämmen gebildet werden!
  • Es gibt keine enge Beziehung zwischen Toxin-Menge und Mycel- Entwicklung auf dem befallenen Pflanzenorgan!

 

 

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