High Starch Value (HSV®)

HSV® – Leistung optimieren

Für den wirtschaftlichen Erfolg eines Veredelungsbetriebs spielt die leistungsoptimierte Versorgung der Milch- und Mastrinder eine entscheidende Rolle. Im Vergleich mit anderen Futtermitteln erweist sich Mais als besonders energiereiches und günstiges Grundfutter. Er gehört deshalb zu den Grundvoraussetzungen für eine effiziente Milch- und Fleischproduktion.

Das Verhältnis zwischen Kolben und Restpflanze

Den höchsten energetischen Beitrag für die weitere Nutzung liefern beim Mais der Kolben und die in seinen Körnern angesammelte Stärke. Denn die Stärke ist hochverdaulich und wird nahezu verlustfrei im Tier umgesetzt. Das Verhältnis zwischen Kolben und Restpflanze stellt sich allerdings sehr unterschiedlich dar: Bei massenwüchsigen Sorten kehrt es sich zugunsten der Restpflanze um. In Sachen Energie- und Stärkegehalt sind solche Typen folglich nur als mittel bis schwach einzustufen. Kompakte Sorten führen dagegen aufgrund ihres hohen Anteils an energiereichen und hochverdaulichen Maiskörnern zu einer erheblich besseren Futterqualität.

Die naheliegende Schlussfolgerung „Ein guter Körnermais ist auch ein guter Silomais“ stimmt aber keineswegs, denn die gesamte Pflanze wird genutzt und muß daher auch im Ganzen betrachtet werden!

Die Verdaulichkeit zählt

Zahlreiche Analysen haben ergeben, dass ein höherer Energiegehalt nicht zwingend aus höheren Kornanteilen stammen muss. Er kann auch von einer hochverdaulichen Restpflanze herrühren. Während im Zellinhalt durchweg sehr gut verdauliche Kohlenhydrate (Stärke, lösliche Zucker) sowie Fett und Eiweiße vorliegen, bestehen die Zellwände hauptsächlich aus Cellulose und Hemicellulose, deren Verdaulichkeit sehr stark vom Grad der Lignifizierung (Verholzung) abhängt.

Hier hat die LG-Züchtung frühzeitig angesetzt und die „Zellwandverdaulichkeit“ als wesentliches Zucht-Kriterium definiert. Das Ergebnis: eine verbesserte Verwertung von Stängel- und Blattanteilen. Erzielt wird diese höhere energetische Umsetzung durch eine geringere Lignifizierung der Faserbestandteile und eine optimierte Zellwandstruktur, was insgesamt zu einer leichteren Zugänglichkeit der verdaulichen Anteile führt.

Ob die Energie in der Maissilage mehr aus dem Korn (Stärke) oder mehr aus der Restpflanze (aufgrund hoher Zellwandverdaulichkeit) stammt, ist zunächst weder gut noch schlecht. Es gilt letztlich, für die betriebsspezifische Futterration die ideale Maissorte zu finden, die sich in ihren Eigenschaften mit den anderen Futterkomponenten optimal ergänzt.

Stärkegehalt und Stärkequalität

Der Energiegehalt einer Maissorte wird stark von ihrem Stärkegehalt beeinflusst. Dabei zeigt die Maisstärke besondere Eigenschaften, da ihre Struktur und die hohe Pansenstabilität eine Sonderrolle unter den Futtermitteln einnehmen.

Betrachtet man die Stärke im Futter als „Salz in der Suppe“, so ist beim „Würzen“ darauf zu achten, dass die verabreichten Mengen unbedenklich sind. Eine erhöhte Stärkeaufnahme fördert die Entwicklung der stärkespaltenden und reduziert gleichzeitig die cellulosespaltenden Pansenbakterien. Die Folge ist eine erhöhte Gefahr der Pansenübersäuerung. Um dies zu verhindern, sollten bestimmte Grenzwerte nicht überschritten werden:

  • ein Minimum von 35 % an Struktur (NDF) in der Gesamtration
  • ein Maximum von 45 % an Kraftfutter in der Gesamtration
  • ein Maximum von 30 % Stärke in der Gesamtration
  • ein Maximum von 20 – 25 % an im Pansen abbaubarer Stärke in der Gesamtration

Ist die Einhaltung dieser Werte nicht möglich, muss der Stärkeanteil reduziert werden – oder es bedarf einer Steuerung der Stärkequalität, um Verdaulichkeitsprobleme zu vermeiden und die Energieausnutzung der Ration zu optimieren. Hierzu wurde das „HSV®-Konzept“ entwickelt!

HSV® – viel Energie, viel Stärke, viel Leistung

Dank aufwändiger Untersuchungen sind wir in der Lage, unsere wichtigsten Maissorten nicht nur hinsichtlich ihrer Energiegehalte zu unterscheiden, sondern auch die Herkunft der Energie aufzuzeigen. Die Maissorten, die bereits das Gütesiegel Animal Nutrition® erhalten haben, darüber hinaus noch an der Spitze der energiereichen, stärkebetonten Hybriden stehen, werden zukünftig europaweit mit dem neuen Qualitätssiegel HSV® für „High Starch Value“ (für einen besonders hohen Stärkewert) ausgezeichnet.

Wir sind aber noch einen Schritt weiter gegangen und haben auch die Stärkequalität unserer neuen Maissorten exakt erfasst. Dabei beschreibt der Begriff „Stärkequalität“ die Umsetzungsorte der Verdauung im Wiederkäuer. Der Anteil

der „schnellen“ Stärke (Pansenstärke) steht stellvertretend für eine rasche Umsetzung und eine erhöhte Pansenaktivität. Die „beständige“ oder „Bypass-Stärke“ geht dagegen nahezu unangetastet durch den Pansen. Sie wird erst im Dünndarm angebaut und ist aus energetischer Sicht insbesondere für hochleistende Tiere vorteilhaft.

Zudem verbessert sie die Glucoseversorgung, die wiederum zentraler Bestandteil der Milchzuckerbildung bzw. der Milchleistung ist. Bei der Optimierung der Fütterungsration ist es daher sinnvoll und notwendig, einen zusätzlichen Blick auf die Stärkequalität zu werfen, um Höchstleistungen erzielen zu können.

Wer seiner Fütterung also den letzten Schliff geben möchte, beginnt damit bei der Maissortenwahl und berücksichtigt verstärkt die „inneren Werte“ einer Sorte. Innerhalb des LG Sortiments finden Sie in jedem Fall die „richtige“ Sorte. Mit unseren HSV®-Hybriden sind Sie dabei auf der sicheren Seite!

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Optimieren Sie die Ration mit dem Mais Stärke-Rechner. Welcher Sortentyp Mais für Ihre Ration am besten passt, das können Sie hier in der App durchrechnen.

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