Das Maisjahr 2015

Die Mais-Entwicklung im Frühjahr

Auch 2015 war wieder ein besonderes Jahr. Vielen Landwirten wird das Jahr in Erinnerung bleiben. Während die Aussaat im Prinzip unter guten und trockenen Bedingungen begonnen hat, lag die Maissaat danach im Boden und es blieb für einige Wochen wenig optimal - eher ungünstig - für den Mais.

Der Norden und Osten waren geprägt von Trockenheit und Kälte. Der Mais verfärbte sich. Er wuchs einfach nicht richtig vorwärts.
Im Süden hingegen waren die Startbedingungen recht gut, mit Ausnahme regionaler Sondersituationen, in denen es zu nass war oder der Mais gar unter Wasser stand. Dort musste der Mais auf betroffenen Flächen ein weiteres Mal gesät werden. Die 2. Aussaat konnte dann häufig erst spät erfolgen, weil die Bodenverhältnisse es nicht früher zuließen :-(

Reaktionen und Effekte blieben natürlich nicht aus. Es kam durchaus zu Pflanzenschutzreaktionen nach erfolgten Herbizidmaßnahmen. Durch den Stress, unter dem der Mais litt, waren vermehrt auch stärkere Bestockungsneigung und Seitentriebe zu beobachten. Gegen Ende Juni änderte sich dann die Situation in weiten Regionen.

So ging es nach dem Juni weiter

 

So ging es nach dem Juni weiter

Im Norden fiel Regen, die Wärme kam und der Mais konnte endlich mit Schwung weiterwachsen. Im Süden entwickelte sich der Mais auch flott, dann aber folgten 4 sehr starke Hitzewellen mit kaum nennenswerten Niederschlägen dazwischen. Sehr hohe Temperaturen bis 40 °C und kein Wasser - und das zum Zeitpunkt des Fahnenschiebens bzw. der Blüte. Mangelnde Befruchtung und gar kolbenlose Bestände waren die Konsequenz. Im Süden ist somit von schlechteren Ertragsleistungen und geringeren Qualitäten auszugehen. Parallel dazu sind die Bestände vielerorts regelrecht verbrannt und frühzeitig abgestorben.

Ernte von August bis Oktober

Der Erntetermin, und was Sie beim Silieren noch beachten sollten:

Kolbenlose Bestände im Süden waren schon Ende August siliert.

  • Hier galt es etwas kürzer zu häckseln,
  • noch gewissenhafter zu verdichten,
  • den Silohaufen so zu bemessen, dass der Vorschub auf jeden Fall groß genug sein wird, um nachträgliche Fehlgärungen während der Entnahme zu verhindern.

Viele Betriebe werden zusätzlich Futter kaufen müssen, um die Ertragsverluste auszugleichen. Und auch die Körnermaisernte ist in diesen vertrockneten Gebieten durch. Aber: auch in von der Trockenheit nicht so stark betroffenen Gebieten im Süden war die Entwicklung insgesamt weiter als in Normaljahren, und die Ernte ist im September nahezu komplett durch.

Im Norden sind durch das lange kalte und trockenen Frühjahr tendenziell kürzere Bestände als in den Vorjahren. Die Kolben sind schön, während der Blüte waren die Bedingungen entspannt. Die Bestände stehen voll im Saft. Je weiter wir Richtung Norden gehen, umso später ist der Mais - die Entwicklung ist gegenüber Vorjahren sogar zurückliegend. Hier könnte es schwieriger sein die Geduld zu bewahren und nicht zu früh mit der Ernte zu beginnen. Im Norden Niedersachsens und in Schleswig-Holstein sind erst nach der ersten Oktoberwoche die ersten Flächen siliert worden - die Ernte ist noch im Gange.

30-35% TS sollten es sein

Mindestens 30, besser 32-35% TS sollten es sein, um Sickersaft zu vermeiden und einen guten Energie-Gehalt in der Silage zu erreichen. Mit der späten Abreife im Norden des Landes ist das dieses Jahr gar nicht so einfach zu erreichen (gewesen). Gegen das Wetter sind wir machtlos, aber zur Erreichung der Trockensubstanz bzw. zur Vermeidung von Sickersaft gibt es verschiedene Register zu ziehen:

  • Generell in der Planung auf Maissorten setzen, die von der typischen Reife sicher ins Gebiet passen
  • Mittels "Hochschnitt" höhere TS-Gehalte bei verbesserter Energie-Konzentration ernten (je 20 cm höherem Schnitt ca. 1-2% TS und 0,1 MJ NEL/kg möglich)
  • Gutes Cracken (Durchschlagen) des Korns sicherstellen
  • Häcksellänge auf 1 - 1,5 cm erhöhen
  • Silo weniger hoch befüllen kann Sickersaft reduzieren und sorgt zugleich für größeren Vorschub.

Mit längeren Stoppeln höhere TS ernten

Mit längeren Stoppeln verkürzen Sie die Restpflanze und erhöhen damit den Kolbenanteil im Erntegut. Da der Kolben höhere Trockensubstanz aufweist als die Restpflanze, erhöhen Sie damit den Trockenanteil und Sie verbessern zudem die Energiedichte. Mit um 20 cm längeren Stoppeln lässt sich der TS-Gehalt um 1-2% erhöhen, bei ca. 0,1 MJ NEL/kg höherer Energiedichte. Die Kehrseite der Medaille ist ein um ca. 5 % reduzierter Gesamt-Ertrag. Wenn Sie damit aber die Qualität der Silage sichern können, sollte dieser Preis gerechtfertigt sein. 

Gerade, wenn die Ernten von Qualität und Ertrag unterhalb der Erwartungen liegen, sollten Sie weitere Verluste unbedingt minimieren und keine zusätzlichen Verluste in Kauf nehmen. Je 1°C Temperaturanstieg im Silo (Nacherwärmung)  kostet Sie 0,1% MJ NEL/kg TS am Tag, und es treten zusätzlich Masseverluste von bis zu 3,5% auf! Lesen Sie dazu mehr unter Optimales Silomanagement.

Auch, und gerade wenn die Maisbestände uneinheitlich sind, ist optimales Silomanagement wichtig.

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