Den Ertrag im Raps unter die Lupe nehmen

Frankfurt/Potsdam – Im Rahmen der diesjährigen LG-Rapsfachtagungen in Potsdam und Frankfurt diskutierten Fachberater und Experten über die Herausforderungen im Rapsanbau. Schädlinge, Krankheiten und Wetterkapriolen wirken sich mehr denn je auf den Ertrag aus. Das haben die Landwirte im letzten Jahr schmerzhaft erfahren müssen. Vielerorts ist der Ertrag auf der Strecke geblieben. Daher war das Interesse bei den Besuchern groß, um zu erfahren, was die Ursachen für Ertragsausfälle sind und wie man den Rapsanbau sicherer gestalten kann.

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Rapsschäden durch Insekten

Im zweiten Themenkomplex referierten Dr. Udo Heimbach bzw. Frau Dr. Meike Brandes zum aktuellen Stand von Rapsschäden durch Insekten sowie die Möglichkeiten der insektiziden Bekämpfung. Beide skizzierten ein eher düsteres Bild, was die Zukunftsaussichten angeht. Durch den Wegfall der insektiziden Beizen hat das Schädlingsaufkommen massiv zugenommen. Gerade im letzten Herbst war zum Beispiel der Blattlausbefall immens. Hinzu kommen politische Restriktionen, so dass immer weniger Wirkstoffe für die Bekämpfung zur Verfügung stehen. Dr. Heimbach fordert daher mehr Geld für angewandte Forschung: „Wer weniger Chemie will, muss mehr in unabhängige Beratung und Forschung investieren“. Aber auch klassische ackerbauliche Prinzipien wie Fruchtfolge, Bodenbearbeitung, Aussaattechnik und –termin sind laut Heimbach wieder mehr in den Mittelpunkt zu stellen. Wichtig für die Zukunft seien präventive ackerbauliche Pflanzenschutzverfahren, neue Techniken im Pflanzenschutz sowie resistente und tolerante Sorten durch Züchtung.

Blattlausbefall und TuYV Virus

Gerade der Blattlausbefall bot eine gute Überleitung zum dritten Schwerpunktthema des Tages: Das Wasserrübenvergilbungsvirus.

Frau Dr. Habekuß vom JKI Quedlinburg zeigte auf, dass dieses Virus nicht neu ist, aber durch den Wegfall der insektiziden Beizen wieder an Bedeutung gewonnen hat. Die grüne Pfirsichblattlaus ist der Hauptüberträger des Virus und sorgt dafür, dass die Pflanze geschwächt wird. Zu erkennen ist der Befall oft an den typischen violetten Blattverfärbungen. Als Beweis für den Virus ist laut Habekuß jedoch ein Labortest notwendig.

Wie weit das Virus bereits verbreitet ist, stellte anschließend Stephanie Fischer dar. Sie ist Masterstudentin an der Leibniz-Universität in Hannover und hat in Zusammenarbeit mit dem Julius-Kühn-Institut in Quedlinburg und der Firma Limagrain in 2016 ein breit angelegtes Virus-Monitoring durchgeführt. Die von ihr gezeigten Ergebnisse sind eindeutig: Es gibt in ganz Deutschland einen flächendeckenden Virusbefall. Allerdings ist ein Nord-Süd-Gefälle zu beobachten. Im Norden und im Nordosten ist der Befall deutlich stärker als im Süden. Auch Höhenlagen und Küstenstreifen an der Nordsee sind weniger betroffen, was mit dem Auftreten der Grünen Pfirsichblattlaus zu erklären ist. 

Wolfgang Lüders, Produktmanager Raps bei Limagrain, stellte klar, dass ein Virusbefall von Jahr zu Jahr variieren kann und keinen Totalausfall der Flächen zur Folge haben muss. Allerdings gibt es derzeit keine effektive Bekämpfung des Virus mit Pflanzenschutz, so dass Ertragseinbußen von 5-15% keine Seltenheit sind.

Resistente Rapssorten mit Ertragsvorteil

Die Lösung hierfür können resistente Sorten sein. Dr. Stefan Abel, Rapszüchter bei Limagrain, stellte die Züchtungsarbeit bei Limagrain vor. Limagrain hat als erster Züchter virusresistente Sorten im Angebot. Mit LG ARCHITECT und ASTERION sind zwei resistente Hybriden zugelassen worden. „In unserer Züchtung steht der Ertrag jedoch immer an erster Stelle“, betonte Abel. „Unser Ziel ist es, die hohen Ertragspotenziale mit innovativen Merkmalen wie Virusresistenz oder Schotenplatzfestigkeit abzusichern“.

Dass dieser Weg Erfolg haben kann, verdeutlichte dann Wolfgang Lüders. So zeigte er unter anderem bei den resistenten Sorten LG ACHITECT und ASTERION einen Ertragsvorteil unter Virusbefall. Mit zunehmendem Befall stieg auch der Ertragsvorsprung gegenüber herkömmlichen Sorten. Aber auch in Regionen mit geringerem Virusauftreten zeigen die Sorten ihre Ertragsstärke. „Da der Virusbefall kaum vorhersehbar ist, aber resistente Hybridsorten mittlerweile sehr ertragsstark sind, stellen sie auf jedem Standort eine effiziente Maßnahme zur Ertragssicherung dar“, erklärte Lüders. 

Fruchtfolge und Feldhygiene

Zum Abschluss der Tagung gab es einen Blick in die Regionen. Michael Lenz vom Pflanzenschutzdienst Hessen sowie Stefanie Kupfer vom LEFL Brandenburg zeigten die Ergebnisse ihrer Untersuchungen für Hessen bzw. Brandenburg aus dem Herbst 2016. Beide bestätigten die Aussagen ihrer Vorredner und präsentierten in anschaulichen Darstellungen den massiven Insekten- und Virusbefall in ihren Regionen.

Alle Referenten und Besucher waren sich am Ende einig: Der Raps ist und bleibt eine der wichtigsten landwirtschaftlichen Kulturen. Aber zugleich ist der Rapsanbau eine gewaltige Herausforderung, die in Zukunft durch politische Entscheidungen wahrscheinlich nicht leichter zu handhaben sein wird. Umso wichtiger ist es, ackerbauliche Grundsätze wie Fruchtfolgen und Feldhygiene wieder mehr zu beherzigen und die Lücken, die der chemische Pflanzenschutz aufweist, mit resistenten Sorten zu schließen. 

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